Remigius Bunia

Abstract zu »Worte und andere Dinge«

Der erste Abschnitt des Aufsatzes »Worte und andere Dinge« widmet sich dem Entwurf einer alternativen Geschichte der Zeichenmodelle. Bereits Quintilian kennt das Paar Signifikant/Signifikat, doch konturiert es sich bei ihm vor dem Hintergrund der antiken Topik. Die Frage lautet, worin die eigentliche Neuerung bei Saussure besteht und wie sich das Signifikant/Signifikat-Schema zum res/verba-Schema verhält. Der zweite Abschnitt unterteilt die wesentlichen Strömungen der Geisteswissenschaften in rhetorische und dialektische und bewertet mittels dieser Unterscheidung die Geschichte der Zeichenmodelle. Es zeigt sich, dass im 20. Jahrhundert die Auseinandersetzung zwischen »analytischen« und »poststrukturalistischen« Vorstellungen geführt wird, zwischen Theorien der »Identität« und solchen der »Differenz«. Im dritten Abschnitt wird eine Theorie der Differenz, nämlich Luhmanns Zeichentheorie, als Problematisierung sowohl des klassischen als auch des Saussure’schen Zeichenmodells gelesen. Der vierte Abschnitt benennt das Problem, das mit Luhmanns Theorie sichtbar wird, ohne dass eine Lösung parat liegt: Was ist Information? Die Theorien der Information und des Zeichens verlangen eine Abstimmung aufeinander. Abschließend werden im fünften Abschnitt die Konsequenzen für das Verständnis von Kultur und Natur – wieder vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen einer Logik der Differenz und der Identität – bewertet. Es wird gefragt, ob Körper und Dinge wieder an »Bedeutung« gewinnen.

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