Remigius Bunia

Abstract zu »Literaturwissenschaft als kontrollierter Weltkontakt«

Der Beitrag hat zwei Schwerpunkte: die Novalis-Forschung und die epistemologische Frage nach dem Verhältnis von Wahrnehmung und Welt.

Zugleich kritisiert er die gegenwärtige Orientierung der Literaturwissenschaft auf einen neuen naiven Naturalismus. Er legt dabei dar, dass eine Orientierung an Kognition in der Tat unerlässlich ist, aber vorrangig mit den Bordmitteln der Geisteswissenschaften erlangt werden muss.

Im Vordergrund der Novalis-Lektüre steht das Allgemeine Brouillon. Der Beitrag zeigt auf, dass Novalis durchaus einer Trennung von Wissenschaft und Kunst das Wort redet und im Projekt der universalen Poetik keineswegs zu unvorsichtiger Vermischung anrät. Die universale Poetik stellt sich als ein Verfahren außerhalb der Wissenschaft dar, das aber sogar präzise Wissenschaftlichkeit voraussetzt.

Anhand von Novalis' Überlegungen und anhand von Anregungen aus der systemtheoretischen Kybernetik schlägt der Beitrag folgende epistemologische Begriffstrias vor: Weltkontakt, Weltkontrolle und Weltaneignung. Sie verstehen sich wie folgt:

Die Leistung dieser Begrifflichkeit liegt darin, dass sie es möglich macht, eine Termnologie zu finden, die den prozesshaften und aktiven Charakter des Umgangs mit Welt akzentuiert. Sie wendet sich als gegen die klassischen Aktiv-Passiv-Paarungen der westlichen Philosophiegeschichte.