Remigius Bunia

Abstract zu »Fingierte Kunst«

Die bisherigen Entscheidungen der Gerichte zum »Verbot« des Romans Esra gehen von einer Erkennbarkeit realer Personen im fiktionalen Roman aus. Oft wird bestritten, dass in Romanfiguren reale Menschen wiedererkannt werden können. Der vorliegende Beitrag zeigt jedoch, dass aus fiktionstheoretischer Perspektive eine solche Erkennbarkeit möglich ist. Fiktionale Texte können sogar akkurate Beschreibungen der realen Welt bilden. Daher sind mit Blick auf die Wirkungsweise von Fiktion die gerichtlichen Verbotsverfügungen richtig. – Eine genauere Bestimmung dessen, was Kunst ist, schließt sich dieser fiktionstheoretischen Beschreibung an und kommt zu dem Schluss, dass Esra zwar ein Kunstwerk, aber wegen der Erkennbarkeit realer Menschen in ihren intimsten Situationen kein gelungenes Werk ist.

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